Schwimmen nach Brustamputation

Schwimmen nach Brustentfernung

Verfasst von

in

Wie Sie dank spezieller Badeprodukte wieder selbstbewusst ins Wasser gehen

Nach einer Brustentfernung können Sie wieder schwimmen – mit der richtigen Badeprothese und passender Bademode fühlen Sie sich sicher und wohl.

Warum Schwimmen nach einer Brust-OP guttut

Schwimmen trainiert sanft alle größeren Muskelgruppen. Es stärkt Bauch-, Rücken- und Schultermuskulatur und hilft Ihnen, nach der Operation wieder in Form zu kommen. Die Bewegung im Wasser schont die Gelenke und bringt das Herz-Kreislauf-System in Schwung.

Besonders wertvoll: Der hydrostatische Druck des Wassers – der gleichmäßige Druck, der von allen Seiten auf den Körper wirkt – unterstützt den Rückfluss der Lymphflüssigkeit auf natürliche Weise. Das kann bei einem sekundären Lymphödem nach der Operation spürbare Erleichterung bringen.

Schwimmen hat zudem einen kühlenden Effekt, der Frauen mit Hitzewallungen nach einer Chemotherapie oder in der Menopause guttut. Nicht zuletzt stärkt die Bewegung im Wasser das Selbstbewusstsein: Sie spüren Ihren Körper positiv, erleben Leichtigkeit und gewinnen ein Stück Lebensqualität zurück.

Ab wann dürfen Sie wieder schwimmen?

Der richtige Zeitpunkt hängt von Ihrer individuellen Heilung ab. Je nach Art der Operation und Heilungsverlauf kann die empfohlene Wartezeit variieren – häufig wird ein Zeitraum von mehreren Wochen bis zu einigen Monaten genannt. Während der Bestrahlungstherapie sollten Sie auf Schwimmen im Chlor- oder Salzwasser verzichten, um Hautreizungen zu vermeiden.

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie wieder ins Wasser gehen. Auch wenn Ihre Immunabwehr durch die Chemotherapie geschwächt ist oder Ihre Thrombozytenwerte niedrig sind, sollten Sie vorsichtig sein und verletzungsträchtige Aktivitäten meiden.

Sobald Sie grünes Licht haben, können Sie bedenkenlos schwimmen – mit der passenden Ausstattung.

Badeprothesen: Speziell fürs Wasser gemacht

Nicht jede Brustprothese eignet sich zum Schwimmen. Ihre Alltagsprothese aus Silikon können Sie grundsätzlich auch im Wasser tragen – denken Sie dann aber daran, sie nach dem Baden gründlich mit klarem Wasser abzuwaschen, um Chlor- oder Salzrückstände zu entfernen.

Wenn Sie regelmäßig schwimmen möchten, lohnt sich eine spezielle Badeprothese. Diese ist deutlich leichter als eine herkömmliche Silikonprothese und bleibt auch im nassen Zustand sicher an Ort und Stelle, ohne den Badeanzug herunterzuziehen. An der Innenseite befinden sich kleine Kanäle, durch die Luft und Wasser leicht entweichen können – so entsteht kein unangenehmer Sog oder Druck.

Badeprothesen sind speziell für den Einsatz im Wasser konzipiert und bieten optimalen Komfort. Sie geben Ihnen die Sicherheit, sich frei zu bewegen, ohne ständig an Ihre Prothese denken zu müssen.

Bademode nach Mastektomie: Sicher und schick

Damit Ihre Badeprothese sicher sitzt, brauchen Sie einen Badeanzug oder Bikini mit eingearbeiteten Prothesentaschen. Diese Taschen halten die Prothese diskret und fest an ihrem Platz – Sie können sich bedenkenlos bewegen, schwimmen und tauchen.

Bademode für Prothesenträgerinnen ist speziell geschnitten: Sie bietet mehr Halt, schützt die Narbe und sieht dabei genauso modisch aus wie herkömmliche Bademode. Viele Modelle haben einen höheren Ausschnitt oder breitere Träger, die zusätzlichen Komfort bieten. Auch Bikinis sind möglich – achten Sie darauf, dass das Oberteil über Prothesentaschen verfügt.

Lassen Sie sich im Sanitätshaus beraten. Dort können Sie verschiedene Modelle anprobieren, die Passform prüfen und herausfinden, welcher Schnitt Ihnen am besten steht. Die Fachkräfte nehmen sich Zeit für Sie und sorgen dafür, dass Sie sich in Ihrer Bademode wohlfühlen.

Unterschiede zwischen Alltags- und Badeprothesen

Alltagsprothesen aus Silikon sind so gestaltet, dass sie Gewicht und Form der natürlichen Brust nachbilden. Sie gleichen die Körpersilhouette aus und sorgen für eine ausgewogene Haltung. Ihr Gewicht ist bewusst so gewählt, dass es die verbliebene Brust ausbalanciert.

Silikonprothesen sind wasser-, chlorwasser- und meerwasserbeständig; für regelmäßiges Schwimmen empfinden manche Frauen eine leichtere Badeprothese dennoch als angenehmer. Ob eine Prothese beim Schwimmen sicher sitzt, hängt vor allem von einer passenden Prothesentasche, der Bademode und der individuellen Passform ab.

Beide Prothesenarten haben ihre Berechtigung: Die Alltagsprothese für den täglichen Gebrauch, die Badeprothese für Schwimmbad, Strand und Wassergymnastik. Wenn Sie nur gelegentlich schwimmen, können Sie auch Ihre Silikonprothese verwenden – bei regelmäßigem Schwimmen ist die Badeprothese die bessere Wahl.

Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für Brustprothesen und beteiligen sich mit Zuschüssen an Spezial-BHs und Bademode. Nach einer Mastektomie oder brusterhaltenden Operation haben Sie Anspruch auf eine Erstversorgung mit einer Textilprothese oder Weichschaumprothese sowie einem Erstversorgungs-BH.

Anschließend erhalten Sie alle zwei Jahre eine Silikonprothese – entweder eine Vollprothese nach Brustamputation oder ein Ausgleichsteil nach brusterhaltender Operation. Dazu kommen jährlich Zuschüsse zu zwei Spezial-BHs mit Prothesenhalterung sowie alle zwei bis drei Jahre ein Zuschuss zu einem Spezialbadeanzug mit Prothesentaschen.

Die Höhe der Zuschüsse variiert je nach Bundesland und Krankenkasse. Für Spezial-BHs liegt der Zuschuss meist bei rund 40 Euro pro BH, für Badeanzüge bei etwa 50 Euro. Die genauen Beträge erfragen Sie bei Ihrer Krankenkasse.

Für die Kostenübernahme benötigen Sie eine ärztliche Verordnung. Auf dem Rezept sollte der Zusatz „Prothesenhalterung“ und „Mamma-Ca“ vermerkt sein. Das Sanitätshaus reicht dann einen Kostenvoranschlag bei Ihrer Krankenkasse ein, die prüft, ob ein Anspruch vorliegt.

Als gesetzlich Versicherte zahlen Sie in der Regel zehn Prozent Zuzahlung, höchstens 10 Euro pro Versorgung. Kinder bis 18 Jahre sind von der Zuzahlung befreit. Privatversicherte sollten die Kostenübernahme vorab mit ihrer Kasse klären.

Bei starken Gewichtsschwankungen oder Beschädigung der Prothese können sich die Zeitabstände für eine Neuversorgung verkürzen – wenn Ihr Arzt dies bestätigt.

Beratung und Anpassung im Sanitätshaus

Die Auswahl der richtigen Badeprothese und passenden Bademode ist Maßarbeit. Im Sanitätshaus nehmen sich geschulte Fachkräfte Zeit für ein persönliches Beratungsgespräch. Sie vermessen Sie, berücksichtigen Ihre Wünsche und Ihren Alltag und helfen Ihnen, die passende Lösung zu finden.

Vereinbaren Sie einen Termin zur Rezepteinlösung. Bringen Sie Ihre ärztliche Verordnung mit – das Sanitätshaus kümmert sich um den Kostenvoranschlag und die Abstimmung mit Ihrer Krankenkasse. Sie können verschiedene Modelle anprobieren, die Passform prüfen und herausfinden, was Ihnen am besten steht.

Die Anpassung erfolgt individuell: Die Prothese muss sicher sitzen, darf nicht drücken und soll sich natürlich anfühlen. Gleiches gilt für die Bademode – sie muss die Prothese sicher halten, ohne einzuengen. Wenn nach der Anpassung etwas drückt oder verrutscht, melden Sie sich zeitnah – eine Nachanpassung ist meist möglich.

Das Sanitätshaus begleitet Sie von der Erstversorgung bis zur laufenden Versorgung. Sie erhalten alle notwendigen Informationen, können Fragen stellen und finden Unterstützung, wann immer Sie sie brauchen.

Praktische Tipps fürs Schwimmen mit Brustprothese

Beginnen Sie langsam und hören Sie auf Ihren Körper. Schwimmen Sie anfangs nicht länger als 20 Minuten am Stück und steigern Sie die Dauer schrittweise. Brustschwimmen wirkt entspannend und dehnt die Beinmuskulatur, Rückenschwimmen kräftigt die Rückenmuskulatur. Vom Schmetterlingsschwimmen raten Ärzte meist ab, da es die Schultern stark belastet.

Achten Sie auf Hygiene: Waschen Sie Ihre Badeprothese nach jedem Schwimmen gründlich mit klarem Wasser ab und lassen Sie sie an der Luft trocknen. Verwenden Sie keine aggressiven Reinigungsmittel. Ihre Bademode können Sie nach Herstellerangaben waschen – meist von Hand oder im Schonwaschgang.

Wenn Sie unsicher sind, wie sich die Prothese im Wasser verhält, testen Sie sie zunächst in einer ruhigen Umgebung – etwa im Hotelpool oder zu einer ruhigen Tageszeit im Schwimmbad. So gewinnen Sie Sicherheit, bevor Sie sich in belebtere Bereiche wagen.

Denken Sie daran, dass Ihre Narbe empfindlich auf Sonneneinstrahlung reagieren kann. Tragen Sie Sonnenschutz auf und wählen Sie Bademode, die die Narbe bedeckt, wenn Sie sich länger in der Sonne aufhalten.

Selbstbewusstsein zurückgewinnen

Schwimmen nach einer Brustentfernung ist mehr als Sport – es ist ein Schritt zurück ins Leben. Viele Frauen berichten, dass sie sich anfangs unsicher fühlten, aber mit der richtigen Ausstattung und etwas Übung schnell wieder Vertrauen gewannen.

Die passende Badeprothese und gut sitzende Bademode geben Ihnen die Sicherheit, die Sie brauchen, um sich wohlzufühlen. Sie müssen nicht ständig an Ihre Prothese denken, sondern können sich auf das Schwimmen, die Bewegung und das Wasser konzentrieren.

Nehmen Sie sich Zeit, die richtige Lösung zu finden. Lassen Sie sich im Sanitätshaus beraten, probieren Sie verschiedene Modelle aus und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl. Wenn Sie sich in Ihrer Bademode wohlfühlen, strahlen Sie das auch aus.

Schwimmen kann Ihnen helfen, Ihren Körper neu zu erleben – nicht als Ort der Krankheit, sondern als Quelle von Kraft und Lebensfreude.

Häufige Fragen zum Schwimmen nach Brustentfernung

Kann man nach einer Brustentfernung wieder schwimmen gehen?

Ja, Sie können nach vollständiger Wundheilung wieder schwimmen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über den richtigen Zeitpunkt – je nach Heilungsverlauf kann die empfohlene Wartezeit variieren.

Welche Bademode eignet sich nach einer Mastektomie?

Wählen Sie Badeanzüge oder Bikinis mit eingearbeiteten Prothesentaschen. Diese halten Ihre Badeprothese sicher an Ort und Stelle. Im Sanitätshaus können Sie verschiedene Modelle anprobieren und sich beraten lassen.

Welche Badeprothese ist die richtige für mich?

Spezielle Badeprothesen sind leichter als Alltagsprothesen und für den Einsatz im Wasser optimiert. Wenn Sie regelmäßig schwimmen, ist eine Badeprothese die bessere Wahl – lassen Sie sich im Sanitätshaus individuell beraten.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Badeprothesen?

Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich alle zwei bis drei Jahre mit einem Zuschuss von etwa 50 Euro an einem Spezialbadeanzug mit Prothesentaschen. Für Badeprothesen gelten die gleichen Regelungen wie für Alltagsprothesen – Sie benötigen eine ärztliche Verordnung.

Worauf muss ich beim Schwimmen nach einer Brust-OP achten?

Beginnen Sie langsam, schwimmen Sie nicht länger als 20 Minuten am Stück und steigern Sie die Dauer schrittweise. Waschen Sie Ihre Badeprothese nach jedem Schwimmen gründlich ab und schützen Sie Ihre Narbe vor direkter Sonneneinstrahlung.

Ab wann darf man nach einer Brustentfernung wieder schwimmen?

Der richtige Zeitpunkt hängt von Ihrer individuellen Heilung ab. Je nach Art der Operation kann die empfohlene Wartezeit variieren. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie wieder ins Wasser gehen. Während der Bestrahlungstherapie sollten Sie auf Schwimmen verzichten.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert